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Jetzt: Urlaubserinnerungen verarbeiten

Jetzt wird es in Dortmund Herbst. Es regnet und die Spaziergänge mit der Lieblingshündin werden zwischen zwei Regengüsse geschoben! Was ist es da schön, drinnen im Warmen zu sitzen und die Urlaubserlebnisse und -fotos gemütlich am Esstisch zu ver- und bearbeiten und sich dabei nochmal an den Sommer zu erinnern,  sich über Sonnenschein und tolle Erlebnisse mit den Liebsten zu freuen 🙂

Ich könnte ja schon wieder nach Italien! Die Wanderung in Ispra war herrlich – ebenso das köstliche Ciabatta Brötchen als Energiespritze, der Rotwein, das Eis, der Cappuccino…

Hafen Ispra_5462Außerdem war es ja auch die erste Reise mit unserem Hobby Van 65! Was wir erlebt haben, liest Du hier: www.herausfinderin.de

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Wenn der Sommer ins Wasser fällt.

Es nützt ja nichts. Wir haben auch bei Regen einfach nun mal jetzt Urlaub! Absagen geht nicht.

Ein Wohnmobil fährt man nicht um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein – das ist mir schon klar. Aber wenn Du nur durch Regen und Sturm fährst, ist das Ziel plötzlich wichtiger als der Weg.

Das Cockpit vom Hobby Siesta V65 GE

Wegen des blöden Wetters fahren wir also ewig weit, nur um einen Ort mit Sonne zu finden und Sommerurlaub zu machen. An dieser Stelle mal eine Frage in die Runde: Kennt jemand eine gute Webseite, auf der auch für Laien leicht verständlich Wetterradars und ihre Auswertungen zu finden sind, die stabil das Wetter für ca. 3-5 Tage vorhersagen? Ich bin für jeden Tipp dankbar. In der zweiten Septemberwoche ist uns die Entscheidung denkbar schwer gefallen. Und erst 2 Stunden vor unserer Abreise mit dem Wohnmobil stand fest, in welche Himmelsrichtung wir fahren würden. Und erst während der Fahrt wurde dann auch das Ziel klar.

Die Woche wurde nach nerviger Fahrerei schließlich trotzdem ein voller Erfolg… von Wolkenloch zu Wolkenloch! Hier findet Ihr die Anreisegeschichte zum Lago Maggiore im Sommer 2017:  www.herausfinderin.de

Blick über den Lago Maggiore

Supersonne und Bergaufstieg!

Staugenerve? Was ist aus dem Vorsatz der „guten Gedanken“geworden? Entschuldigt! Beim letzten post hatte ich kurz vergessen, dass ich mich ja nicht mehr runterziehen lassen wollte, sondern einzig positiv bleiben wollte! So ganz schlimm negativ war der Artikel ja nun auch nicht – es ging ja nur Stau. Und auch die Bilder sind wunderbar und haben nichts Schlechtes! Aber trotzdem: Entschuldigt! Hier dann dafür noch viel schöneres!!!

Gipfelkreuz Schafbergspitze

Für den Freitag am Wolfgangsee ist herrliches Wetter vorhergesagt. Es werden über 30 Grad Celsius erwartet. Da der Freitag unser letzter Urlaubstag ist, bleibt er die letzte Gelegenheit, den Schafberg oberhalb St. Wolfgang zu erklimmen. Die angekündigte Sonne lässt uns kurz diskutieren, ob wir vielleicht die Zahnradbahn zur Mittelstation nehmen und dann nur das letzte Stück wandern – aber was soll denn so etwas! Wir wollen die 1.100 Höhenmeter komplett erklimmen!

Früh soll es am Campingplatz losgehen – aber wie so oft ist es dann doch wieder später. Um kurz nach neun ziehen Milla, Sven und ich los. Bis nach St. Wolfgang sind es schon 2 km. Die sind im Streckenplan gar nicht vorgesehen. Am eigentlichen Einstieg ist es dann auch schon kurz vor zehn und die für 3,5 Stunden angesetzte Strecke beginnt.

Pilger brachten für St. Wolfgang den Reichtum

Sind es die knapp 30 Grad, ist es die Anstrenung oder ist es eine andere Art der Hitzewelle?! Wie auch immer – der Schweiß rennt uns vom Körper wie verrückt. Laut Planung soll jede Person mindestens 1 Liter Wasser mitführen – Sven trägt unseres, ich trage den halben Liter von Milla. Ist das nicht lieb!

Zu Anfang wandern wir noch auf Asphaltstraßen parallel zur Zahnradbahn. Später geht es dann in ein Wäldchen. Dort machen wir die erste kurze Trinkpause. Das war auch gut so – denn kurz drauf geht es über ein Feld und dort glüht uns die Sonne fast weg. Unsere Absprache: Ausschließlich im Schatten stehen bleiben und pausieren! Niemals! Niemals in der Sonne stehen bleiben!

Die anschließenden Geröll-Waldwege sind steil – und immer wenn irgendwo eine Kurve zu sehen ist und wir hoffe, ab dort geht es vielleicht mal geradeaus oder gar hinunter geht es einfach weiter steil oder weniger steil bergauf!

Wir sind gut in der Zeit. Nach ca. 2,5 Stunden erreichen wir die Mittelstation. Einige Leute haben uns bis dahin überholt, andere haben wir hinter uns gelassen. Wir kehren ein und trinken eine kühles Getränk bei mitgebrachten Äpfeln, Nüssen und für Sven auch ein Brot. Und dann kommt das letzte Stück – hinauf auf 1.732 Meter komplett durch Sonne und auf unwegsamen Wegen. Zweimal kreuzen wir die „‚Gleise“ der Zahnradbahn und nach insgesamt nun 4 Stunden erreichen wir das Gipfelkreuz. Wie es mir dort mit meiner Höhenangst geht, erzähle ich ich Euch ein anderes Mal – Höhenangst ist die Hölle!

Sven organisiert uns für den Abstieg schnell noch Tickets für die Zahnradbahn (Milla wird übrigens einen Beisskorb tragen müssen) – dann haben wir uns eine Pause verdient! Einmal bitte Schnitzel und einmal bitte Kaiserschmarrn!

Erfrischt und seeehr glücklich reisen wir in der historischen Bahn um 16:05h zurück nach St. Wolfgang. Und nach solch einem unglaublich schönen Tag, mit so tollen Natureindrücken und mit glücklich müden Muskeln gönnen wir uns auch zurück im Ort noch eine exklusive Einkehr in der Sloppy Joe Beach Bar und genießen beim Bier Wassersport vom Feinsten!

Sloppy Joe Beach Bar St. Wolfgang

Die letzten Kilometer zurück zum Campingplatz werden von uns dafür genutzt, uns gegenseitig Lob auszusprechen, wie toll wir alles gemeistert haben! Trotzdem entscheiden wir, dass wir am nächsten Tag – unserem Reisetag – auf eine weitere Wanderung verzichten werden 😉

Ein herrlicher letzter Urlaubstag geht zu Ende. Schade! Wir sind uns einig! Ins Salzkammergut kehren wir auf jeden Fall noch einmal zurück. Dann vielleicht zum Mondsee… oder zum Attersee… oder zum Fuschlsee… oder zum…

Sonnenuntergang am Wolfgangsee

Welche Inhalte aus dem post haben nun mit dem Motto „Hausfrauenmethode“ zu tun?! Vielleicht, dass wir die bösen Plastikflaschen recycelt haben und mit Quellwasser aufgefüllt anstelle von unseren in Dortmund vergessenen SIGG Aluflaschen genutzt haben? Oder dass zum Wandern immer ein Opinel gehört – z.B. bei dieser Wanderung zum Teilen unserer Äpfel zwischen Menschen und Tier? Oder das es für uns selbstverständlich ist, dass am Berg kein Müll von uns zurück bleibt – auch kein durchweichtest Tempo… oder dass wir auch eine Regenjacke und Wechselshirts dabei hatten… such Dir etwas aus…

Ohne jede Vorbereitung! Auf nach Rügen.

Autobahnschilder

Ich gebe zu, manchmal bin ich von meiner eigenen Improvisation total genervt! Wäre es nicht schön, wenn das Wohnmobil mit sinnvollen Dingen gepackt und auch die Route klar wäre?! Tja, nicht bei uns.  Wie machen das eigentlich andere Leute, die auch voll berufstätig sind und Urlaub eingereicht haben?! Oder ist beim Buchen von Pauschalurlaub die Planung einfacher?!

Natürlich kommen wir viel zu spät los, finden einen wirklich unwirtlichen Übernachtungsstellplatz in Lotte – um 21:00h läuft das erste Spiel der EURO und da kann man nicht weiterfahren :-/ – und schlafen ohne Wecker dann am nächsten Tag wieder zu lange, sodass auch die weitere Anreise unkontrollierbar wird und ewig dauert… aber dann werden wir endlich für all die Strapazen und Mühen entlohnt!

Glowe Yachthafen

Nach einem kurzen Besuch am Strand und Hundestrand und danach einer Stippvisite am Yachthafen, bei der wir uns das Zelt angesehen haben, in dem die Spiele übertragen werden, haben wir im Wohnmobil aus unseren mitgenommen Resten aus dem Kühlschrank zu Hause ein kurzes Rührei gezaubert, dazu Brötchen – geröstet in der Pfanne – und bei einigen Bieren haben wir dann endlich damit angefangen, die weiteren Stationen der Reise zu planen. Wir wollen die Schaabe erwandern – am Bodden von Süd nach Nord, durch Juliansruh an die Ostsee und dann am Strand von Nord nach Süd zurück nach Glowe.

Zudem ist der Plan noch Kap Arkona zu besuchen, die Kreidefelsen am Königsstuhl, Sassnitz, die unglaubliche Fehlplanung Prora, die Seebäder Binz, Sellin, Göhren und schließlich über Stralsund nach Hause. Bin gespannt, ob das so klappen wird in nur einer Woche …

 

Nachhaltig? Ja, denn wiederverwendet und nicht weggeworfen!

Gleich geht es nach Rügen. Mit dem Wohnmobil. Und unterwegs zu sein ist unglaublich nachhaltig. Denn unterwegs nutzen wir fast ausschließlich ausrangierte Dinge.

imageIch freue mich dann über mein lilafarbenes Nudelsieb aus meiner ersten Wohnung. Es ist aus Kunststoff, stark abgenutzt und weist überall Bläschen vom starken Wasserdampf auf – beim täglichen Gebrauch hat es mich gestört und ich hab es aus der Küche verbannt. Während des Urlaubs im Womo finde ich den Gebrauch jedoch irgendwie nostalgisch. Auch die italienische Espressokanne ist solch ein Gegenstand. Seit der voll automatische Kaffeezubereiter in die Küche eingezogen ist, wird diese Kanne nur noch im Wohnmobil benutzt. Dazu wird dann Milch erhitzt und mit einem Schneebesen aufgeschäumt. Mit dem Espresso ergibt es zusammen auf jedem Stellplatz – auch bei schlechtestem Wetter – den köstlichsten Latte Macciato oder Cappuccino. Einfach weil mit Ruhe, Zeit und einfachsten Mitteln in der Natur hergestellt.

Mal sehen, was wir auf unserer Reise recyceln, wiederverwenden oder neu nutzen bzw. umfunktionieren können…

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Spargelzeit: Willkommen!

Tja, die langen köstlichen und edlen Stangen…

Hausfrauenmethode Spargel im WoMo (8)

Der Spargel ist ein ganz besonderes Gemüse. Seine Geschichte reicht lange auch als Heilpflanze in der Antike zurück – er bietet also eine ganze Menge positives für unsere Körper. Die Spargelernte beginnt – je nach Witterung – etwa Ende April und dauert traditionell bis zum 24. Juni (das ist der Johanni Tag) – er ist also relativ selten zu bekommen. Außerdem ist es immer noch nicht gelungen, den Spargel maschinell zu ernten – er bekommt also eine besondere persönliche Behandlung. Diese Punkte zusammen machen den Spargel echt teuer. Wenn ich mir also Spargel leiste, dann mit dem Respekt, der dem Gemüse entgegenzubringen ist. Das heißt für mich immer, nach einem Rezept zu kochen und nur nichts bei der Zubereitung falsch zu machen. Eins der besten Rezepte kommt von meiner Cousine Nina… aber dazu vielleicht mal an anderer Stelle etwas mehr.

Die letzten Spargelstangen vom Bauern an der Soester Börde sind wir noch nicht verspeist, aber der Kurztrip mit Wohnmobil zur Loreley steht an. Also packen wir den Spargel ein und nehmen ihn mit. An Bord haben wir einen ausgezeichneten Kühlschrank und der Spargel wird sachgemäß durch Deutschland gefahren…

Unser Ziel ist am Himmelfahrt der Campingplatz Schönburgblick: wir bekommen einen schönen Stellplatz für das Wohnmobil in 2. Reihe zugewiesen – der Platzwart ist super nett, entspannt und freundlich, er macht uns später am Abend noch ein großes Lagerfeuer an seinem Food Truck an, und unsere Nachbarn sind alle so lieb zu den Hunden um uns herum, dass wir eigentlich nicht mehr weg möchten.

Hausfrauenmethode Spargel im WoMo (3)

Am Ziel angekommen geht es jetzt um dem Spargel. Und klar – im Wohnmobil heißt das improvisieren. Wir haben nur die bekannten ineinander gestapelten Campingtöpfe aus Alu, die natürlich nicht ausreichend groß sind für die langen Spargelstangen. Zudem haben wir weder die Zutaten für eine Hollandaise noch eine Fertigsoße an Bord. Wo bleibt also der Respekt für das Gemüse?! Seht selbst.

Ich freue mich auf Spargel und mein lieber Sven auch.

  • Mit einem wirklich stumpfen Sparschäler versuche ich die holzigen Teile der Stangen zu entfernen. Einige arbeite ich noch mit einem Hümmelchen nach. (Hier mal ein Tipp: es macht wirklich keine Freude, im Wohnmobil die ausrangierten Geräte aus der Heimküche wieder zu finden. Ich möchte mal vorschlagen, dass nur solche Utensilien an Bord eines Wohnmobils, eines Wohnwagens oder auch einer Ferienwohnung geraten, die wirklich gut funktionieren. Ob sie noch schön oder zeitgemäß aussehen, ist ja Wurscht – aber die Dinge, die im täglichen Gebrauch zu Hause schon nicht funktionierten und über die wir uns permanent geärgert haben, machen nicht plötzlich Freude an den privaten oben beschriebenen Urlaubsorten! Also bitte: solche Dinge weitergeben (vielleicht kommt jemand anderes ja damit klar) oder wegwerfen, aber nicht weiter darüber ärgern! Für mich heißt das, einen WMF Sparschäler für das Wohnmobil zu besorgen! Der ist für mich super! Dafür werde ich meine nächsten Payback Punkte nutzen! Oder hat jemand genau den Sparschäler zum Tausch oder zum Verschenken, weil er / sie genau den nicht mag?!)
  • Dann schneide ich die langen Stangen auch noch in ca. 5-7 cm kurze Stücke, einige auch in der Länge nochmal durch.
  • Salzwasser aufsetzen und den Spargel kochen.
  • … kurz bevor die Garzeit endet, einige mit Ricotta und Spinat gefüllte Tortellini direkt mit ins Wasser geben. Die frischen Nudeln brauchen nicht mehr als 3 Minuten.
  • Parallel zerlasse ich auf der zweiten Kochstelle zwei Knoblauchzehen in Butter. Die fertig gegarten Spargelstücke und Nudeln dazu geben – ich schöpfe mit einem Löffel und einiges an Spargelwasser kommt mit in die Pfanne, das ist in Ordnung. Etwas schwenken und den Buttergeschmack überall verteilen.
  • Schließlich noch ein paar Scheiben Cheddar Cheese dazu und schmelzen lassen. Ich würze mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer – natürlich gibt es im Wohnmobil eine Pfeffermühle! Aber heute leider keine frischen Kräuter :-/.

Dazu am Rhein für mich einen gekühlten Rose und für Sven ein heimisches Bier. Das Ganze mit Blick auf den Rhein und auf die vorbeifahrenden Schiffe.

Herrlich improvisiert – köstlich gegessen. Nicht ganz so geschmacksintensiv wie zu Hause vielleicht – dafür aber mit einem extrem guten Gefühl. Dem guten Gewissen, nichts verschwendet oder weggeschmissen zu haben und im Einklang mit der Natur die heimische Wirtschaft respektiert und unterstützt zu haben :-).