Trivialität als Lösung?

Was soll eigentlich die Hausfrauenmethode den Leserinnen und dem Netz bringen?! Trivialitäten über den Haushalt, über mein nachhaltiges gesundes Leben, über Stachelbeeren, Wohnmobilstellplätze und Co?! Wem hilft das?
Nach dem letzten Wochenende stelle ich mir mehr und mehr diese Fragen, denn entweder bin ich gerade empfänglicher für schlechte Nachrichten oder München, Ansbach, Reutlingen, Ft. Myers und Johannes Korten haben mich anders getroffen, als die Nachrichten vorher… Dann kommt der Aufruf der BlogParade „Traurige Wahrheit oder schöne Einbildung?“ von moteens und vielleicht gelingt mir damit eine Annäherung an meinen eigenen Blog.

Stell Dir vor Du bist Marietta Slomka, Gundula Gause oder Klaus Kleber und jeden Abend verkündest Du die schlimmsten News. Du liest nicht nur die schlechten Nachrichten vom Tag vor, sondern Du bis im Dialog mit Ministern, Experten und schaust permanent auf Flatterband, weinende Menschen, R.I.P Schilder, niedergelegte Blumen und angezündete Kerzen an reellen Tatorten. Wie lange hältst Du das aus? Und was tust Du, um diese Arbeit zu ertragen? Wann genügt’s? Wann reicht’s? Ich kann es mir nicht vorstellen!

Und dem gegenüber kommen wir onlinetagebuchschreiber und berichten von unserem trivialen Alltag. Versuchen ein Stillleben oder eine Landschaft als hübsches Bild in Szene zu setzen und Leser für ein Like zu begeistern. Dieses kleine Like kommt vielleicht einem Dialog, einem Gespräch, eigentlich einem smallesten smalltalk gleich. Aber wie ist in dieser Zeit ein smalltalk einzuordnen. Im Büro, bei Begegnungen mit Kollegen auf dem Flur, gibt es kein kurzes „hallo, wie geht’s“ – „danke gut“ mehr. Dort bleiben wir stehen, nehmen uns etwas Zeit. Kurz wird die eine oder andere schlechte Nachricht aus der Welt oder „von nebenan“ besprochen. Neben den Anschlägen, Selbstmorden und den politischen Änderungen in USA und Türkei findet sich mehr und mehr Nährstoff für Verzweiflung, Wut und Diskussionen. Wir bleiben länger stehen als sonst, andere kommen dazu, das Gespräch wird neu aufgerollt und reflektiert, andere Ansätze fließen ein. Immer neue Aspekte, immer neue Wege, sich den Themen zu nähern. Doch zum Ende immer Ohnmacht, denn alle sind sich einig, so kann es nicht weiter gehen! Wir wollen etwas tun aber was… „Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.. (Quelle: Ärzte)“ Wir sind uns in dem Punkt immer einig.

Brauchen wir jetzt Trivialität um den Alltag zu meistern. Soll die Schönheit des kurzen trivialen Augenblicks das Schlechte überlagern? Lenken wir uns mit Schönem ab, wollen wir mit dem Schönen das Schlechte ausschließen?

Ich glaube, es geht nicht um Trivialität. Ich glaube, wir brauchen einfach SCHÖNES um gesund zu bleiben. Ich glaube wir brauchen schöne reale Bilder, um die Welt im Moment noch zu mögen.

Mein Fazit also: Lasst uns jeden einzelnen Tag mit positiven Bildern beschließen, um schlafen zu können und gesund zu bleiben. Lasst uns zueinander wertschätzend sein. Lasst uns auch die positiven Nachrichten immer wieder verbreiten und diskutieren! In diesem Sinne:

Nachricht: Heute ist der Solarflieger heil angekommen, der allein mit Sonnenenergie die Welt umkreist hat! Eine enorme Leistung! Danke für den mutigen Versuch und das tolle Ergebnis an das Team von Andre Borschberg und sein Team!

Wertschätzung: Ich bin begeistert von den Bildern aus Schottland von stranddeko! Sie erweitern irgendwie meinen Geist und inspirieren mein Hirn! Hier mein Lieblingsbild! Danke Euch Reisenden!!!

20160705_17

Schönes Bild: Sie öffnet jeden Tag unsere Herzen – unsere MILLA!

Es ist nicht (nur) trivial es ist auch essentiell für das Überleben der Welt! Verbreitet gute Nachrichten, schickt Euch Wertschätzung und gebt der Welt Eure Herzensbilder!

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10 Gedanken zu “Trivialität als Lösung?

  1. Genau die Gedanken hatte ich heute auch. Wen interessiert eigentlich mein Garten, meine Selbstversorgung, das was ich auf den Tisch bringe während die Gesellschaft so wie wir sie kennen schwankt, die Menschen den Atem anhalten und in Stockstarre verfallen?
    Tja, es ist halt Alltag, heilsamer Alltag, das normale Leben und für den Leser ein wenig Balsam und Ablenkung vielleicht.
    Einerseits komme ich mir schäbig vor, das bei mir nicht zu thematisieren, andererseits würde ich so auch nur wieder schlechte Gefühle verteilen von denen derzeit jeder genug hat.
    Schwierig. Aber letztlich teile ich deine Einschätzung. Ein wichtiger Artikel!
    LG Oli

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  2. Danke!!! Das war nötig – und hätte viel mehr ‚Likes‘ verdient! Ich denke mir die ganze Zeit, wie unsere Großeltern wohl damals damit umgegangen sind, als sie irgendwann merkten, dass die Welt aus den Fugen geriet. Und dann denke ich häufig, dass sie sicherlich genauso gelähmt waren. Es steht eben keiner neben Dir, der einen Schalter auf schwarz-weiß umlegt, wie in den unzähligen Dokumentationen über z. B. den Nationalsozialismus. Da steht keiner und sagt mit erhobenem Zeigefinger: „Obacht!“ Das merken wir selbst; und indem wir uns das Schöne präsent machen und mit anderen teilen, sorgen wir für Glücksmomente. Die motivieren, verbinden, schaffen Raum für Zusammenhalt! Und somit kommen wir auch der Aufforderung der „Ärzte“ nach! Lasst uns Schönes verbreiten, lasst uns zuhören!!
    Mein Schönes für diesen Tag: Dein Artikel! Ich folge jetzt Deinem Blog, denn das ist was Schönes!!!! Danke!

    Gefällt 1 Person

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